Birgit Mattausch, 2024

Ich gehöre zu den Schlaflosen. Den schlafenden Herbstzeitlosen. Den schläfrigen Blumen am Ende des Sommers.
Ich gehöre zu den leeren Tassen. Aus dünnem Porzellan. Ich wurde ausgetrunken und warte auf weiteres.
Ich gehöre zu denen, deren Seelen der Wind fortnimmt.
Ich gehöre zu denen, die leicht sind wie ein Stein. Schwer wie ein Blütenblatt.
Die schneckenförmig in sich hineinkriechen.
Ich gehöre dem schlafenden Schlummer.
Dem Kissen mit Federn gefüllt.
Ich gehöre zum Reißen des Papiers. Zum Gesang der Wale. Zu dem, was die Stille füllt, wenn es ganz still ist.
Ich gehöre zum nächtlichen Licht. Zur mittäglichen Dunkelheit.
Ich gehöre an den Grund des Meeres.
Und dorthin, wo der Lippenstift Spuren hinterlässt.
Ich gehöre zu diesem Körper, der sich zusammenrollt. Nach oben blickt. Nach innen.
